Heimatkreis Flatow   /    Flatower Vereinigung

 

Home
Nach oben

 

Festrede zum 31. Flatower Heimat- und Patenschaftstreffen  am 13. – 17. Mai 2015 in Gifhorn

 

Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Ebel, sehr geehrter Herr Erster stellvertretender Bürgermeister Otto, sehr verehrte Frau Superintendentin Pfannschmidt,liebe Flatowerinnen und Flatower, verehrte Gäste. Ein ganz besonderer Gruß von mir gilt Landrat Ryszard Golawski und dem Vorsitzenden der Deutsch-sozialkulturellen Gesellschaft Schneidemühl, Ortsgruppe Flatow, Herrn Klemens Mrela und Gattin. Willkommen!

Wie alle zwei Jahre begehen wir heute traditionell unser Heimat- und Patenschaftstreffen. Es ist mittlerweile das 31. seiner Art. Es sind Tage des Wiedersehens, der Freude, der Besinnung. Es sind wie immer schöne und ereignisreiche Tage.  Und doch ist dieses ein besonderes Treffen. Wir feiern 60 Jahre Patenschaft mit dem Landkreis Gifhorn. Zunächst aber geht mein Blick noch weiter zurück, und zwar in das Jahr 1945. Vor 70 Jahren ging mit der deutschen Kapitulation der unsägliche Zweite Weltkrieg zu Ende, der etlichen von Millionen von  Menschen das Leben kostete. Zerstörung überall, ganze Landstriche, Städte wurden ausgelöscht, verbrannte Erde. Flucht, Vertreibung, Verlust der Heimat, Gefangenschaft bestimmten die letzten Wochen und Monate und dauerten an. Der „Spiegel“ schrieb dieser Tage zum 8. Mai 1945: Vor 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Ein überlebensgroßes Datum. Geschichte und Gericht. Untergang und Befreiung, Katastrophe und Leid, Glück und Unglück. Die Sonne schien, aber die Freiheit war kaum zu spüren. Ein sowjetischer Kriegsberichterstatter schreibt nach einer Fahrt durch Berlin: „Als ich die vorbeihuschenden Ruinen sehe, die einsamen Gestalten der Einwohner, denke ich, dass man sich schwerlich ein bedrückenderes Bild vorstellen kann.“ 60 Millionen Menschen sind gestorben, Soldaten wie Zivilisten. Sechs Millionen sind in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet worden. Auf den Landstraßen sind zehn Millionen Menschen, vielleicht mehr, vielleicht weniger, unterwegs. Viele haben Schreckliches unmittelbar erlebt, mussten Haus, Hof und Tiere bei Nacht und Nebel verlassen, haben erleben müssen, wie Angehörige, Nachbarn, Freunde misshandelt oder gar getötet wurden. Etliche Zeitzeugenberichte haben wir hier in unserer Heimatstube im Gifhorner Schloss verwahrt,  viele sind nachzulesen in unserem gemeinsamen Mitteilungsblatt der Heimatkreise Schlochau und Flatow oder der Pommernzeitung. Auch die zurzeit hier im Schloss dargebotene Pommernausstellung „Vertrieben - und vergessen?“ legt Zeugnis ab. Es sind Schilderungen über Einzelschicksale, die auch heute noch, nach über 70 Jahren betroffen machen, Die Frage nach Schuld, Vergeltung, Sühne tritt zunächst in den Hintergrund. Es ist die persönliche Betroffenheit  darüber, wozu Menschen fähig gewesen sind und, ich füge hinzu, auch heute noch sind. In Europa leben wir seit 70 Jahren sicher in Frieden, doch in der Welt gibt es viele Krisenherde.  In der Charta der deutschen Heimatvertriebenen haben diese schon am 5. August 1950 u. a. erklärt, dass sie, die Heimatvertriebenen „auf Rache und Vergeltung verzichten. Dieser Entschluss sei ihnen ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid, welches im Besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschheit gebracht hat. Die Heimatvertriebenen rufen Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen ans Werk, damit aus Schuld, Unglück, Leid, Armut und Elend für uns alle der Weg in eine bessere Zukunft gefunden wird.“

Anrede,

das Problem, nicht nur der Flatower, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war, dass sie in alle Winde zerstreut waren. Manche hatten sich gefunden, andere waren auf der Suche, wiederum andere waren noch in Gefangenschaft. Und es gab solche, die im Osten zwangsverpflichtet oder auch geblieben waren, soweit sie nicht über Nacht ausquartiert wurden. In den Besatzungszonen galt das Besatzungsrecht, was bedeutete, dass Versammlungen und Ansammlungen grundsätzlich nicht erlaubt waren. Und doch gab es erste Versuche, sich zu organisieren. So gab es im Herbst 1945 in Lübeck eine erste bekannte Zusammenkunft im Restaurant „ Storchenblick“. Nachdem 1948 die westlichen Besatzungsmächte das Versammlungsverbot lockerten, bildeten sich erste Regionalgruppen der Flatower, u. a. in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und weiteren Orten. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Verkündung des Grundgesetzes wurde eine neue Grundlage für einen demokratischen Aufbau im westlichen Nachkriegsdeutschland geschaffen. 1953 wurde das Bundesvertriebenengesetz verabschiedet, das übrigens zuletzt 2013 geändert wurde. Im § 96 dieses Gesetzes heißt es: „Bund und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und Auslandes zu erhalten, Archive und Museen und Bibliotheken zu sichern, zu ergänzen und auszuwerten sowie Einrichtungen  des Kunstschaffens und der Ausbildung sicherzustellen und zu fördern. Sie haben Wissenschaft und Forschung bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der Vertreibung und Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge ergeben, sowie die Weiterentwicklung der Kulturleistungen der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern. Die Bundesregierung berichtet jährlich dem Bundestag über das von ihr Veranlasste.“ Auf der Grundlage dieser Bestimmung beschloss der Gifhorner Kreistag 1954 einstimmig, die Patenschaft zu einem ostdeutschen Patenkreis zu übernehmen. Die Verbundenheit des damaligen Oberkreisdirektors Dr. Friedrich Ackmann, dem letzten hauptamtlichen Landrat des Kreises Flatow, bewirkte, dass der Kreistag im Jahre 1955 dem Vorschlag von Landrat Heise folgte, dem Heimatkreis Flatow die Patenschaft anzutragen. Die Heimatkreisvertretung nahm das Angebot dankend an und rief gemeinsam mit dem Landkreis Gifhorn zum 1. Patenschaftstreffen zu Pfingsten 1955 nach Gifhorn auf. Bei schönstem Sommerwetter trafen sich über 2000 Flatower im Gifhorner Schlosshof und bildeten eine würdige Kulisse. Sogar aus Mitteldeutschland kamen Landsleute. Das war ihnen später erst wieder nach 1989 vergönnt. Landrat Heise und Oberkreisdirektor Dr. Ackmann erklärten, dass der Kreis Gifhorn die Patenschaft des westpreußischen Kreis Flatow übernommen habe, um darzutun, dass er es für seine Pflicht hält, der Verbundenheit und Heimattreue der ostdeutschen Menschen, die ihren Heimatkreis aufgeben mussten, eine örtliche Heimstätte zu geben. Als äußeres Symbol sollte eine Ehrentafel dienen, die in der alten Schlosskapelle zu Gifhorn einen würdigen Platz erhielt. Sie trägt die Inschrift: „ Zum Gedenken der Gefallenen und auf der Flucht Verstorbenen des Kreises Flatow, Grenzmark Posen-Westpreußen“ Die Inschrift krönen ein Kreuz, der preußische Adler und der welfische Löwe.

Übrigens, eine Urkunde gab es 1955 noch nicht. Diese wurde erst zum 20-jährigen Bestehen der Patenschaft im Mai 1975 erstellt, unterzeichnet vom damaligen Landrat Heinrich Warnecke, Oberkreisdirektor Rolf Wandhoff und dem Vorsitzenden des Heimatkreises Flatow  Gerhard Braun.

Ihr Text lautet: „30 Jahre nach der Vertreibung aus dem Kreise Flatow 20 Jahre nach dem Beginn der Patenschaft zwischen dem Landkreis Gifhorn und dem Heimatkreis Flatow bekräftigen wir – verbunden in der Liebe zur Heimat und Treue zum demokratischen Rechtsstaat unserer Bundesrepublik Deutschland – unseren Willen, auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechtes der Völker gemeinsam an einem friedlichen Aufbau eines freien Europa hinzuwirken.“ Oberkreisdirektor Wandhoff nannte drei Pfeiler des Patenschaftsverhältnisses: Den Heimatvertriebenen erstens ein Gefühl der Solidarität zu vermitteln, ihnen zweitens eine Stätte der Begegnung und des Wiedersehens zu geben und drittens eine Stätte zu schaffen, in der das Kulturgut des Heimatkreises, seine Geschichte, seine Landschaft, sein Antlitz bewahrt und weitergegeben werden kann. Der stellvertretende Superintendent Stephan Eimterbäumter hat auf unserem Treffen 2011 in Gifhorn davon gesprochen, dass Gedenken nicht nur im Glauben wichtig sei, sondern im Leben insgesamt. Die Geschichte des ehemaligen Kreises Flatow habe 1955 in Gifhorn eine Verankerung gefunden. Die Erinnerung habe einen Ort bekommen.

Der Landkreis Gifhorn hatte mit der Übernahme der Patenschaft eine politische Verantwortung übernommen, der er sich bis heute überzeugend stellt. Gifhorn war und ist ein guter Gastgeber. Lassen wir nochmals einen Zeitzeugen zu Wort kommen, und zwar den ehemaligen Kreisjugendpfleger Rudi Schaub aus Gifhorn: „Wohl schon etwas von Flatow gehört, wurde mir vom damaligen Oberkreisdirektor Dr. Ackmann erklärt, man habe im Kreistag beschlossen, die Patenschaft für den Heimatkreis Flatow zu übernehmen. Ich sei dazu aufgerufen, die nötigen Vorbereitungen für das erste Patenschaftstreffen 1955 zu gestalten und durchzuführen. Nun war zu erwarten, dass zum ersten Treffen mehr als tausend Flatower nach Gifhorn kommen würden. Sie alle unterzubringen war unter den damaligen Verhältnissen (fast kaum Betten vorhanden) äußerst schwierig. Aber es klappte ausgezeichnet, weil man noch nicht so verwöhnt war. In Schulen, Turnhallen und sonstigen Räumen und bei Gifhorner Familien untergebracht, wurde das Heimattreffen zu einem vollen Erfolg und war Grundlage für alle weiteren Heimattreffen. Durch die Mitstreiter aus der Kreisverwaltung und der Organisationen wurde das alle zwei Jahre festgelegte Heimattreffen zu einer schönen Begegnung aller Flatower in Gifhorn. Die Gifhorner Bevölkerung und vor allen Dingen die einzelnen ostdeutschen Landsmannschaften nahmen Anteil an allen Heimattreffen. Der Gifhorner Männerchor, der Heidechor, der Posaunenchor der Nicolai-Kirche, die beiden Schützenkorps, verschiedene Sportvereine und die Keglerfrauen, sie alle halfen die Heimattreffen der Flatower mitzugestalten. Mir war es vergönnt, einen ganz engen Kontakt mit den Flatower Landsleuten zu schließen. Ob bei meinen Besuchen der einzelnen Regionalgruppen in Berlin, Lübeck, Hamburg und Düsseldorf. Es war immer eine herzliche Begegnung. Nie in Flatow gewesen, hatte ich dann 1975 die Möglichkeit, den Kreis Flatow kennenzulernen. 10 Tage als Gast in Flatow zu sein, wurde auch für mich zu einem Erlebnis. Ich lernte noch deutsche Familien kennen, um mit ihnen herzliche Gespräche zu führen. Ich besuchte u. a. die Gemeinden Krojanke, Linde, Kl. Butzig, Tarnowke, Deutsch Fier, Steinau, Lanken, Gursen, Radawnitz, und Schmirdau und fand, daß der ehemalige Landkreis Flatow tatsächlich dem Landkreis Gifhorn gleichzustellen ist. So war nun beides für mich möglich geworden, Flatower Landsleute und Flatower Landschaft kennenzulernen. Für mich war es eine dankbare Aufgabe, ein Mitarbeiter für die Begegnungen der Flatower in Gifhorn zu sein. Mögen auch in Zukunft die Heimattreffen hier in Gifhorn ihren tieferen Sinn haben, nämlich in heimatlicher Verbundenheit sich ein Wiedersehen zu geben.“ Soweit Rudi Schaub. Die Flatower fühlten  sich also auch hier heimisch. Gerhard Braun, langjähriger Vorsitzender des Heimatkreises Flatow, formulierte es einmal so: Gifhorn – Flatow, Heimat hier und dort. Im Mai 1970 wurde in Gifhorn der 600-Jahrfeier der Stadt Flatow mit einem besonderen Programm gedacht.

Im Januar 1971 wurde im Gifhorner Kreisheimatmuseum die Flatower Heimatstube eingerichtet. Zwischenzeitlich wurde  mit dem Landkreis Gifhorn eine vertragliche Vereinbarung getroffen, der die Zugänglichkeit der Exponate auch für die spätere Zukunft regelt. An den Kreisgrenzen im Landkreis Gifhorn wurden an den Landkreiswappen Tafeln mit dem Zusatz Patenkreis des Kreises Flatow und Wappen angebracht. Viele Straßennamen in Gifhorn weisen auf ostdeutsche Städte und Kreise hin. Zusammen mit dem Landkreis Gifhorn brachte der Heimatkreis Flatow diverse Heimatliteratur heraus, so unter anderem das Heimatbuch für den Kreis Flatow und den Bildband das Flatower Land. 1977 konnte die Tarnowker Kirchenglocke von 1728, die im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden sollte, aufgespürt und durch den Heimatkreis Flatow und den Landkreis Gifhorn als Mahnmal in der Gifhorner Schlosskapelle aufgestellt werden. 1981 stiftete der Heimatkreis als Dank der Flatower an Gifhorn einen Fussballpokal, den Flatow-Pokal, für die Fussballjugend. Zusammen mit dem Niedersächsischen Fussballverband wird der Pokal jetzt im Rahmen von Meisterschaften ausgespielt, zuletzt im Februar dieses Jahres zum 35.mal. Auch zu den Gifhorner Schützen, insbesondere zum 6.Zug des Bürgerschützenkorps bestehen enge Kontakte. Beim Heimattreffen wird alle zwei Jahre der „Flatower Schützenkönig“ mit Gefolge ausgeschossen. Zum Zeichen der Verbundenheit mit Gifhorn marschieren die Flatower im Gifhorner Schützenumzug mit. Aber auch der Kontakt mit der angestammten Heimat wird gepflegt. So wurden schon viele Fahrten, über alle  Parteigrenzen hinweg, nach Flatow, heute polnisch Zlotow, durchgeführt. Zwischen den Landkreisen besteht eine Partnerschaft, die mittlerweile auch schon über 10 Jahre währt. Auch die Kontakte zur Deutsch-sozialkulturellen Ortsgruppe Flatow werden gepflegt. Die Tatsache, dass auch heute Abordnungen „Offizieller“ am Heimattreffen teilnehmen ist für uns selbstverständlich und hat mittlerweile schon Tradition.

Anrede,

obwohl viele Teilnehmer der ersten Treffen nicht mehr unter uns weilen und die Nachkriegsgeneration stärker in den Fokus rückt, können wir feststellen, dass diese Patenschaft auch nach 60 Jahren noch lebendig ist. Die Bewahrung des kulturellen Erbes ist nicht nur ein Stück Geschichte, sondern auch Identität von uns und unseren Vorfahren. Das Wissen um die eigene Geschichte gehört zum Menschsein. Mit erheblichen Mitteln und großer Akribie sind wir dabei, Exponate und Inhalte unserer Heimatstube zu digitalisieren und sie somit auch einem größeren Kreis recherchierbar zu machen. Wir streben dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Schloss Gifhorn an. Heimatkartei und das gemeinsam mit dem Heimatkreis Schlochau herausgegebene Mitteilungsblatt bilden eine weitere wichtige Klammer unserer Arbeit. In unserer Festschrift haben wir viele Daten, Fakten und Namen zum 60-jährigen Bestehen der Patenschaft aufgelistet. Es würde zu weit führen, alle zu nennen. Namentlich stellvertretend für diese beispielgebende Patenschaft seien genannt: die ehemaligen Oberkreisdirektoren Dr. Friedrich Ackmann, Rolf Wandhoff, Dr. Klaus Lemke, die Landräte Karl-Heinrich Heise, Heinrich Warnecke, Margarethe Pertzel, Marion Lau und der amtierende Landrat Dr. Andreas Ebel. Von der Stadt Gifhorn die Bürgermeister Dr. Otto Armbrecht,  Wilhelm Thomas, Herbert Trautmann, Helmut Kuhlmann, Manfred Birth, der amtierende Bürgermeister Matthias Nerlich sowie die ehemaligen Stadtdirektoren Dr. Dr. Rattay,  Jürgen Küster, Gert Hoffmann und  Wilhelm Jans. Sehr engagiert und auch mit allen Flatower Belangen vertraut, hat sich der Erste Kreisrat a. D.  Gero Wangerin, um die Patenschaftsarbeit verdient gemacht.  Er hob im März 2006 den Deutsch-polnischen Freundeskreis aus der Taufe.  Nicht zu vergessen ist Maria Meinecke vom Landkreis, die über Jahre schon unsere Flatower Kontaktstelle ist und mit ihren Dolmetscherfähigkeiten uns oft eine wertvolle Hilfe war. Dank auch an den ehemaligen Bürgermeister Stanislaw Welniak und den ehemaligen „Starosta“ Dr. Miroslaw Jaskolski sowie seinen Nachfolger Ryczard Golawski. Was wäre der Heimatkreis Flatow ohne ihre Vorsitzenden Dr. von Wilckens, Wolfgang Braun,  Willi Hoffmann, Werner Gründling und Günter Stelte. Sie alle haben, unterstützt durch viele Heimatfreunde und ehrenamtliche Helfer, wesentlich mit zum guten Gelingen dieser Patenschaft beigetragen. Dass wir heute hier das Jubiläum anschließend mit der Enthüllung einer Sandsteintafel am Eingang zum Schloss feiern, erfüllt uns mit besonderer Genugtuung und Dank. Damit machen wir auch nach außen deutlich, welchen Stellenwert unsere Arbeit hat.

Lassen Sie mich zum Abschluss kommen: In seiner bemerkenswerten Rede am 8. Mai 1985 vor dem Deutschen Bundestag hat der damalige inzwischen verstorbene Bundespräsident Richard von Weizäcker gesagt: „Die Völker Europas lieben ihre Heimat. Deutschen geht es nicht anders. Wer könnte der Friedensliebe eines Volkes vertrauen, das imstande wäre, seine Heimat zu vergessen? Nein, Friedensliebe zeigt sich gerade darin, dass man seine Heimat nicht vergisst, und eben deshalb entschlossen ist, alles zu tun, um immer in Frieden miteinander zu leben. Heimatliebe eines Vertriebenen ist kein Revanchismus.“

Sehr verehrte Festversammlung,

wir haben soeben zurückgeblickt auf die Begründung der Patenschaft vor 60 Jahren und ihre Entwicklung. Es gäbe noch viel anzumerken. Wir haben ja nunmehr die Möglichkeit, uns beim Treffen auszutauschen sowie die Pommernausstellung, die Heimatstube zu besuchen.

Mit unserer Arbeit, dem Zusammenwirken von Heimatkreis und Landkreis, dem Kontakt und Austausch mit unseren heutigen polnischen Freunden tragen wir zu einem sicheren und friedvollen Europa bei. Es ist ein großes Verdienst, dass wir unser Bekenntnis zur Heimat bewahrt haben und mit unseren Nachbarn in Frieden leben.

Ihnen Herr Landrat Dr. Ebel möchte ich an dieser Stelle stellvertretend für den Landkreis Gifhorn  als Vertreter des Heimatkreises Flatow ganz einfach zurufen: Danke Gifhorn für 60 Jahre Patenschaft!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit 

 

 

Rolf-Peter Wachholz

Vorsitzender des Heimatkreises Flatow

Gifhorn, 16. Mai 2015